Absolute Und Komparative Kostenvorteile Beispiel Essay

Gliederung

1. Einleitung

2. Komparative Kostenvorteile
2.1 Ricardos Modell
2.2 Heckscher-Ohlin-Theorem

3. Probleme, Grenzen und Kritik
3.1 Probleme durch vereinfachte Annahmen
3.2 Stolper-Samuelson-Theorem
3.3 Prebisch-Singer-These
3.4 Leontief-Paradox

4. Fazit

Abkürzungen

1. Einleitung

Under a system of perfectly free commerce, each country naturally devotes its capital and labour to such employments as are most beneficial to each. This pursuit of individual advantage is admirably connected with the universal good of the whole.“ (Ricardo 1821: Kap. 7.11)

Das von David Ricardo entwickelte Modell der komparativen Kostenvorteile ist eine der wichtigsten Theorien der Makroökonomie. Es stellt dar, wie in dem einleitenden Zitat Ricardos angedeutet, warum Staaten allseitig vom Freihandel profitieren, wenn sie sich auf jene Güter spezialisieren, bei denen sie komparative Kostenvorteile haben.

Um zu verstehen, warum Freihandel den Wohlstand aller Nationen vergrößern kann, soll in dieser Hausarbeit zunächst das Modell der komparativen Kostenvorteile von David Ricardo vorgestellt werden. Dieses Modell geht in seiner modernen Interpretation nur von einem vorhandenen Faktor, der Arbeit, aus (Negishi 2001: 57).

Eine Erweiterung dieses Modells ist das Faktorproportionentheorem von Heckscher und Ohlin, welches neben dem Faktor Arbeit noch einen weiteren Faktor (Boden, Kapital) mit einbezieht. Es erklärt, warum sich Länder auf die Produktion derjenigen Güter spezialisieren, bei denen sie aufgrund ihrer Faktorausstattung im Vergleich zu anderen Staaten Vorteile haben. Bei diesem Modell erklären sich die Vorteile also nicht durch Produktivität wie bei Ricardo, welche auf technologischem Fortschritt beruht, sondern auf der unterschiedlichen Verfügbarkeit von Ressourcen. Die Haupterkenntnisse des Heckscher-Ohlin-Theorems werde ich im zweiten Teil dieser Hausarbeit aufzeigen. (Krugman 2004: 105)

Diese beiden Theorien machen jedoch nur Aussagen über die Auswirkungen des Freihandels auf die gesamtwirtschaftliche Wohlfahrt zweier Staaten. Was passiert jedoch, wenn die Prämissen nicht zutreffen? Welche Auswirkungen hat der Freihandel auf unterschiedliche Gruppen einer Gesellschaft? Was passiert, wenn in Staaten unterschiedliche Ausgangsbedingungen in Bezug auf die Industrialisierung beim Eintritt in den Freihandel herrschen? Auf diese Fragen wird im zweiten Teil der Arbeit mit der Darstellung des Stolper-Samuelson-Theorems, der Prebisch-Singer-These und des Leontief-Paradoxes eingegangen.

Die klassische Außenhandelstheorie geht von konstanten Skalenerträgen, der totalen Faktormobilität innerhalb und der Kapitalimmobilität zwischen Staaten aus und versucht den interindustriellen Handel zwischen Staaten erklären. Die neue Außenhandelstheorie sucht hingegen nach Erklärungen für den intraindustriellen Handel mittels steigenden Skalenerträgen und unterschiedlichen Präferenzen der Nachfrager. Die neue Außenhandelstheorie ist nicht Thema dieser Hausarbeit, es wird jedoch an einigen Stellen auf sie hingewiesen, wenn die klassische Theorie an ihre Grenzen stößt und ich den Verweis für notwendig halte.

Die leitende Fragestellung dieser Hausarbeit lautet somit: Welche Vorteile ergeben sich aus dem Freihandel in Bezug auf den volkswirtschaftlichen Wohlstand verschiedener Staaten und welche Auswirkungen hat der Freihandel auf unterschiedliche Gruppen der Gesellschaft?

Es wird in dieser Hausarbeit demnach einerseits nach den Effizienzeffekten und andererseits nach den Verteilungseffekten von Handel gefragt. Die Bestimmungsgründe für den Außenhandel werden dargestellt, ohne jedoch die oben bereits angerissenen Probleme, bedingt durch die bei theoretischen Modellen notwendige Komplexitätsreduktion, auszuklammern. Da es sich um eine sehr kurze, überblicksartige Hausarbeit handelt, werden nur die relevantesten Teilaspekte der Theorien dargestellt und in Zusammenhang gebracht. Als Literaturgrundlage dienen Lehrbücher und Aufsätze.

2. Komparative Kostenvorteile

2.1 Ricardos Modell

Nach Adam Smiths Theorie der absoluten Kostenvorteile ist der weltweite Außenhandelsgewinn am größten, wenn sich die Staaten auf die Produktion derjenigen Güter spezialisieren, bei denen sie aufgrund ihrer Faktorausstattung oder ihrer Produktivitätsvorteile am produktivsten sind. Die Theorie Ricardos von 1817 aus seinem Werk „On the principles of political economy and taxation“ besagt, dass Handel auch für beide Staaten vorteilhaft sein kann, wenn ein Staat bei keinem der Güter absolute Kostenvorteile hat. Dazu muss sich dieser Staat bei der Produktion auf die Güter spezialisieren, bei der er vergleichsweise einen geringeren Produktivitätsnachteil, das heißt einen komparativen Kostenvorteil hat. Der Staat mit den absoluten Kostenvorteilen bei allen Produkten profitiert durch den Handel ebenfalls. Warum dies so ist, werde ich im Folgenden anhand der Produktionsmöglichkeitsgrenze (auch Transformationskurve) und der Konsummöglichkeitskurve, welche aus dem Handel entsteht, darstellen.

Die Theorie der komparativen Kostenvorteile nach David Ricardo ist ein Zwei-Staaten-Zwei-Güter-Modell mit nur einem Produktionsfaktor, der Arbeit, welcher die Preise reflektiert. Diese Theorie über den intersektoralen Handel homogener Güter macht einige radikal vereinfachende Annahmen. So wird von Vollbeschäftigung, Faktorimmobilität zwischen den Staaten, friktionsloser Faktormobilität innerhalb der Staaten und einer ausgeglichenen Handelsbilanz ausgegangen. Des Weiteren bleiben die Transportkosten unberücksichtigt und es wird von einem perfekten Markt ausgegangen.

Die Produktionsmöglichkeitsgrenze eines Staates zeigt, welches Verhältnis von zwei Gütern eine Volkswirtschaft mit ihren Ressourcen herstellen kann (Abb. 1). Sie lässt sich durch die Formel L = ax Qx + ay Qy bestimmen, wobei L die Ressourcen, a der Arbeitsverbrauchskoeffizient und Q die Menge ist. Der Arbeitsverbrauchskoeffizient gibt an, wie viele Einheiten Arbeit für die Produktion einer Einheit eines Gutes benötigt werden, er ist daher der Kehrwert der Produktivität. Die Steigung der Transformationskurve ergibt sich aus der Produktivität der Staaten bei den beiden Gütern. Sie bestimmt die Opportunitätskosten von Gut X ausgedrückt in Einheiten von Gut Y und andersherum. In Abbildung 1 wird von einer relativ höheren Produktivität im Inland bei Gut X ausgegangen, da das Inland bei vollem Ressourceneinsatz in Gut X eine größere Menge an Einheiten von X herstellen kann, als Einheiten von Y bei vollem Ressourceneinsatz in die Produktion von Gut Y. Umgekehrt verhält es sich im Ausland, es wird angenommen, dass dort die Opportunitätskosten von Y in Einheiten von X niedriger sind. [1] (Krugman/Obstfeld 2005: 38-49)

Die getroffenen Annahmen implizieren bereits auch die Voraussetzung für das Zustandekommen von internationalem Handel: Die Steigung der Transformationkurven, und somit die Opportunitätskosten, beider Länder müssen unterschiedlich sein, damit komparative Kostenvorteile vorhanden sind.

Das Inland hat bei Gut X einen komparativen Kostenvorteil, wenn die Opportunitätskosten von X in Y niedriger sind (Px/Py<Px*/Py*). Gleichsam muss das Ausland bei Gut Y einen komparativen Kostenvorteil haben (Py*/Px* < Py/Px). Weichen die Preisverhältnisse Px/Py und Px*/Py* in dieser Weise voneinander ab, lohnt sich der Handel füf beiden Staaten, denn beide Staaten erhalten für ihre Güter vom Handelspartner mehr Güter, als sie bei Verzicht auf den Export in nationaler Produktion hätten erzeugen können (da Py*<Py und Px<Px*). (Borchert 2001: 35ff).

Das Inland exportiert nun X in das Ausland und importiert Gut Y aus dem Ausland, weil die Händler sich wegen der unterschiedlichen relativen Preise höhere Profite versprechen. (Ricardo 1821: 7.1-2) Die Nachfrage nach X im Inland steigt ebenso wie das Angebot von Y. Daraus folgt, dass im Inland der Preis von X steigen und der von Y sinken muss. Im Ausland steigt wegen der erhöhten Nachfrage aus dem Inland hingegen der Preis von Y und der Preis von X sinkt aufgrund des erhöhten Angebots. Die Preise werden konvergieren, so dass es zu einem relativen Weltmarktpreis zwischen den relativen Preisen im Inland und Ausland kommt. (Borchert 2001: 37)

Da die Gewinne aus diesem Tauschhandel bei völliger Spezialisierung maximal sind, würde sich das Inland auf Gut X und das Ausland auf Gut Y spezialisieren. Daraus ergäbe sich dann eine Konsummöglichkeitskurve für das Inland, dessen Steigung sich der der Produktionsmöglichkeitskurve des Auslands annährte. (vgl. Abbildung 1)

Beide Staaten erhalten also für ihre Güter vom Handelspartner mehr Güter, als sie bei Verzicht auf den Export in nationaler Produktion hätten erzeugen können. Dieses Modell kann auch auf eine Vielzahl von Gütern angewendet werden, ohne dass es seine Gültigkeit verliert. Volkswirtschaften exportieren demnach die Güter, bei denen Sie einen komparativen Kostenvorteil haben. (Krugman/Obstfeld 2004: 57-62, Matschke/Tripathi/Madison 1999, Samuelson/ Nordhaus 1987: 665-7) Dadurch steigen die Konsummöglichkeiten durch die größere Auswahl an Produkten.

2.2 Heckscher-Ohlin-Theorie

Die H-O-Theorie erklärt die komparativen Kostenvorteile nicht aus den Produktivitätsunterschieden und Preisen wie Ricardo, sondern aus der Faktorausstattung der miteinander in Handelsbeziehungen tretenden Staaten. (Krugman/Obstfeld 2004:105) Die Essenz dieser Theorie ist, dass Staaten, die proportional reichlich mit einem Faktor ausgestattet sind, sich auf Güter spezialisieren, die bei der Produktion diesen Faktor reichlich nutzen. Diese Spezialisierung entsteht aus der logischen Folge, dass der Faktor, der reichlich vorhanden ist, günstiger angeboten werden kann und da die Produktionskosten die Preise reflektieren, kann ein Land jenes Gut relativ günstiger produzieren, für welches die Produktionsfaktoren reichlich vorhanden sind. (Krugman/Obstfeld: 75) Komparative Kostenvorteile entstehen somit aus der Faktorausstattung und dem technologischen Entwicklungsstand, welcher die Intensität, mit der die unterschiedlichen Produktionsfaktoren genutzt werden, bestimmt. (Krugman/Obstfeld 2004: 105; 2005: 412) Bert Ohlin und Eli Heckscher haben diesen Zusammenhang in einem Zwei-Güter-Zwei-Faktoren Modell bewiesen, welches auch als das Faktorproportionentheorem bekannt ist. Im Gegensatz zu Ricardos Modell kommt es nicht unbedingt zu einer vollständigen Spezialisierung, da die relativen Preise für eine kleine Volkswirtschaft exogen vorgegeben sind und durch die Faktormobilität gleichen sich die Renditen/Löhne bei zwei Produkten so an, dass sie letztendlich in beiden Sektoren gleich sind. Die Konsumenten fragen ein bestimmtes Verhältnis von Gut X und Y nach, welches von der nationalen Produktion abweichen kann. Somit besteht ein Bedürfnis nach internationalem Handel. Es werden, analog zu Ricardo, folgende Grundannahmen getroffen: Vollbeschäftigung, perfekte Märkte, internationale Faktorimmobilität, nationale Faktormobilität, keine Handelshemmnisse und keine Transportkosten. Im Gegensatz zu Ricardo wird noch von identischen Nachfragekurven im In- und Ausland und gleichen Produktivitätsfunktionen mit konstanten Skalenerträgen ausgegangen. (Borchert 2001: 55).

Das Faktorproportionentheorem ist auf Faktoren wie Arbeit, Boden, Kapital, Humankapital, technologische und klimatische Unterschiede oder Ressourcen übertragbar, wobei es immer auf das Verhältnis der Verwendung zweier Faktoren ankommt. (Rose/Sauernheimer 1995: 383, Krugman/Obstfeld : 85)

In der Realität findet ein Großteil des Handels zwischen Ländern mit ähnlicher Ressourcenausstattung statt. Das H-O-Theorem kann diesen Handel nicht erklären, deshalb muss an dieser Stelle auf die neue Außenhandelstheorie hingewiesen werden.

3. Probleme, Grenzen und Kritik

Das Ricardo Modell erklärt, dass internationaler Handel durch eine extreme Spezialisierung Effizienzgewinne bringt. Das Faktorproportionentheorem erklärt komparative Kostenvorteile durch die unterschiedliche Ressourcenausstattung zwischen Ländern, und die Spezialisierung entspricht proportional der Faktorausstattung. (Rose/Sauernheimer 1995: 400). Bisher wurde festgestellt, dass die Gesamtwohlfahrt eines Staates durch Handel steigt. Im zweiten Teil der Hausarbeit sollen noch weitere Aspekte des Freihandels aufgezeigt werden: Welche Verteilungseffekte entstehen durch den Freihandel? Wie wirkt sich erstens der Freihandel auf die Individuen einer Gesellschaft aus? Wie wirkt sich zweitens der Freihandel auf die Verteilung zwischen Entwicklungsländern und Industrienationen aus? Bestätigt schließlich die Empirie die theoretischen Modelle? Diese Fragen sollen im zweiten Teil anhand einiger kurz dargestellter Theorien beleuchtet werden.

[...]



[1] In der Realität ist die Transformationskurve keine Gerade, wie in diesem Modell aufgrund der konstanten Opportunitätskosten angenommen, sondern sie ist wegen des abnehmenden Grenzproduktes der Arbeit bei einem Modell mit weiteren Faktoren als der Arbeit, wie Kapital und Boden, nach außen gebogen. (Krugman 2005: 408, 2004: 76-78)

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